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Deathwing – Aspect of Arbitrarity

Published by Brunold on Fr, 06/06/2014 - 15:49 in

Der Kataklysmus hat das Antlitz Azeroths einschneidend verändert. Dem Intro zu Cata ist sogar zu entnehmen, dass Deathwing persönlich und direkt diese Veränderungen vorgenommen hat. Er hat seine Klauen in die Mauern Stormwinds gegraben, den Damm in Loch Modan zerstört und eine ewigglimmende Schneise im Ödland hinterlassen.

Das Problem dabei ist: Warum hatte Deathwing Interesse daran, jungen, aufstrebenden Helden eine bessere Levelerfahrung zu bescheren? Das ist nämlich die einzige Motivation überhaupt, die wir für diese Veränderungen kennen. Wie sonst sollte es nützen, dass die Zwerge nicht mehr am See paddeln können? Auf die Unerklärlichkeit seiner Spuren im Ödland wird sogar explizit mit einer bei Spielern sehr beliebten Questreihe hingewiesen. (Und das ist übrigens für mich der Hauptgrund, warum ich mit der Quest nie warm wurde.)

In den Levelgebieten, den alten von 1-60 sowie den neuen von 80-85, sollte Deathwing zum epischen Endgegner aufgebaut werden, wie der Lichkönig in der vorangegangenen Expansion einer war. Deshalb war er quasi überall anwesend, hat alles mögliche gemacht, was irgendwen auch nur in irgendeiner Weise stören könnte und zur Krönung des Ganzen gab es im Levelprozess von Cata das tolle Feature, dass Deathwing zwischendurch unvermittelt und zufällig aufgetaucht ist und ein komplettes Gebiet mit seinem Atem in Brand gesteckt hat (was zum Tod der Spielfigur führte).

Die Entscheidungen wurden aus Gründen des Gameplays getroffen. Entwickler haben gesagt: „Wir müssen etwas machen, was sich von Wrath of the Lich King unterscheidet, neue Spielerfahrungen bieten.“ Deathwing kann das nicht sagen, ultimativ ist WoW (oder war bisher) kein Spiel, das die Vierte Wand durchbricht. Arthas hat aufgrund der Entwicklungen im Spiel gehandelt, Orcs und Menschen haben gekämpft, weil Orcs der Drang zur Eroberung innewohnt, nicht weil der Spieler was zutun haben soll. Deathwing hat also nicht die Möglichkeit, die tatsächlichen Gründe für sein Handeln anzuführen, ihm werden aber auch keine anderen Gründe gegeben. Damit handelt er gefühlt völlig planlos – und dass wir ihm kontinuierlich ein Schnippchen schlagen, lässt die Sache nicht besser aussehen.