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Möpse für alle!

Published by Brunold on Sa, 05/03/2014 - 21:27 in

Vor einem Monat, am 1. April, wurde auf den offiziellen Warcraft-Seiten ein neues ArtCraft präsentiert. Dieses ArtCraft hat eine Fülle von Artikeln nach sich gezogen, in denen über die Behandlung des weiblichen Geschlechts, den Ruf des Feminismus und andere, verwandte Dinge diskutiert wurden. Ich habe die Debatte im Englischen verfolgt und kann mich daher der Illusion hingeben, wir seien weiterentwickelt als US-Amerikaner und Engländer. Trotzdem möchte ich einige Dinge loswerden.

Zunächst einmal ging es um weit mehr, als bloß um das Modell einer fiktiven Rasse. Außerdem haben wohl viele von uns einige unangenehme Erfahrungen mit "Feministen" gemacht, mit Frauen etwa, die ihrem eigenen biologischen Geschlecht prinzipiell verbieten wollten, sich feminin zu geben. Das per se ist zumindest nicht das Anliegen der Autoren und Autorinnen, auf die ich im einführenden Absatz verwiesen habe. Diese Menschen setzen sich für kritische Reflexion unserer Gesellschaft ein. Das Programm will nicht mehr sein, als eines zur Verbesserung des Umgangs von Menschen miteinander, wozu eben auch gehört, erst einmal klarzustellen, dass Menschen ungeachtet von Hautfarbe, Religion und Geschlecht auf derselben Stufe stehen. Im WoWInsider-Artikel wird auf Männer verwiesen, die sich mit den männlichen Modellen in WoW unwohl fühlen, die auf dieselbe Art und Weise sexualisiert sind. Sexualisieren heißt in dem Fall, Figuren anhand von als spezifisch weiblich, bzw. männlich wahrgenommenen Merkmalen zu unterscheiden. Kurz: Mein Magier ist ein winziger Gnom mit Bauchansatz und das find' ich gut so.

Warcraft 3 hat eine ganze Reihe von starken Frauen vorgestellt, was einen der Gründe darstellt, aus denen ich das Spiel liebe. Es ist eine traurige Tatsache, dass WoW gerade in den letzten Jahren viel dafür getan hat, diese Frauen erzählerisch zu ruinieren. Einen vorläufigen Höhepunkt haben wir erreicht, als Metzen im letzten Jahr auf der Blizzcon gemeint hat, Aggra werde in Draenor nicht zu sehen sein, weil es sich um einen Männerausflug handele und Aggra sich um das Kind kümmern müsse. Tyrande und Jaina sind heute einfach komplett charakterlos. Sie haben keine Eigenschafte, handeln nicht und die treibenden Kräfte in WoW sind Garrosh, Varian, Thrall, Malfurion, Hamuul... alles Männer. Außerdem hat das Warcraft-Franchise eine unrühmliche, von sexuellen Missbräuchen gezeichnete Vergangenheit. Wir wollen Frauen, die zuweilen aus dem Schatten ihrer Männer heraustreten, weil alles andere impliziert, Männer seien besser dazu in der Lage, Entscheidungen zu treffen. Und durch Warcraft 3 ist es keinesfalls so, dass Frauen in der Lore einfach keinen Platz haben.

Bei dem Aprilscherz ging es auch um einige nüchterne, traurige Fakten. Zunächst waren da die Fans, die überhaupt nicht davon begeistert waren, ihre sexy Pussies zu verlieren. Dann war es einfach unvermeidbar, dass Blizzard sich am alten, tatsächlich sehr, sehr sexualisierten Modell orientieren wird. Meine Frau spielt einen weiblichen Draenei und hat sich bewusst für diese Klasse entschieden. Das - finden wir alle - sollte respektiert werden. Und deshalb werden die Spieler mit ihren sexy Pussies am Ende des Jahres in Ruhe schlafen können. Da standen tatsächlich Kommentare, die sich schwer anders als Frauen verdinglichend lesen ließen. Eine Frau ist ein Mensch mit Wesen. Ohne Wesen hab ich weder an Frauen, noch an Männern Interesse. Und ich möchte, dass meine Frau behandelt wird, wie sie es verdient hat, behandelt zu werden. Und niemand sollte menschlicher behandelt werden als sie!

Insgesamt geht es erstmal überhaupt nur darum, nachzudenken, über sich und andere zu reflektieren und dergleichen. Es wird spät und alles wichtige müsste erstmal gesagt sein.